Gaspreisschocks gefährden über 100.000 Arbeitsplätze und befeuern die Inflation
Durch den Krieg im Mittleren Osten und die Blockade der Straße von Hormus drohen neuerlich rasant steigende Preise für Öl und Gas. Wie sich ein solcher Gaspreisschock auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt auswirken kann, modellierte das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) im Jahr 2024 in einer Studie für das KONTEXT Institut.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Ein Gaspreisschock von +80 Prozent lässt die Wertschöpfung in emissionsintensiven Sektoren um 6,6 Prozent im Folgejahr und jeweils 5,8 Prozent in den darauffolgenden zwei Jahren einbrechen.
- Ähnliche Effekte hätte so ein Schock auf die Arbeitslosigkeit: Innerhalb der ersten drei Jahren nach dem Schock sind etwa 133.000 Jobs in emissionsintensiven Sektor gefährdet.
- Emissionsarme Sektoren schützt die Unabhängigkeit von Öl und Gas vor diesen negativen Folgen. Sie müssen keine direkten Auswirkungen auf Wertschöpfung und Arbeitsplätze befürchten.
- Hohe Gas- und Ölpreise machen sich direkt im Verbraucherpreisindex und damit der Inflation bemerkbar. Steigende Energiekosten treiben durch höhere Produktionskosten ebenso Güter- und Dienstleistungspreise in die Höhe.
"Die Abhängigkeit von Öl und Gas bezahlen unsere Industrie und Haushalte mit hohen und schwankenden Energiepreisen und der steigenden Inflation. Erneuerbare Energien müssen nicht durch Kriegsgebiete oder gefährliche Schiffspassagen, sondern lassen sich dauerhaft zu leistbaren und stabilen Preisen vor unserer Haustür produzieren”, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer. “Österreichs ist widerstands- und wettbewerbsfähiger, wenn wir diese Abhängigkeit dauerhaft beenden."