Zum Hauptinhalt springen

ElWG: Positiver Schrittmacher am Weg zur Energiefreiheit

Einordnung Erneuerbare Energie Technologien Klimapolitik
Dienstag, 15.07.2025
Mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) hat die Regierung kürzlich das gesetzliche Herzstück der Energiewende in Begutachtung geschickt. KONTEXT bewertet den Entwurf positiv, wenngleich viele Details noch offen sind.

Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien ändern sich die Anforderungen an die Stromnetze. Das spiegelt sich auch in den Netzkosten wider, sodass die Energiekosten nicht sinken, obwohl immer mehr Strom aus billigeren erneuerbaren Quellen kommt.

Im Mai hat das KONTEXT Institut für Klimafragen in einer Analyse "Zehn Schritte zur Energiefreiheit” identifiziert, die notwendig sind, um Österreich künftig mit sauberer und günstiger Energie zu versorgen. Das ElWG hat in den meisten dieser Schritte eine zentrale Funktion. In der Gegenüberstellung der Analyse mit dem aktuellen Begutachtungsentwurf fällt die Bewertung für das Gesetz durchaus positiv aus.

Zwar sind viele Details noch unklar oder von der Ausgestaltung durch die E-Control abhängig. Insgesamt enthält aber bereits der Begutachtungsentwurf viele notwendige Maßnahmen, um die Netze zu entlasten. Die lange Begutachtungsphase sollte noch dafür genutzt werden, um mehr Details zu klären und Verbesserungen vorzunehmen. Dann kann das ElWG die volle Wirkung als Schrittmacher am Weg zur Energiefreiheit entfalten.

Folgende Maßnahmen können das Gesetz noch weiter verbessern:

  • Zentrale Technologiekombinationen, wie der gezielte gemeinsame Ausbau von Speichern mit Erneuerbaren, oder PV-Anlagen mit Windkraft, sowie die Eigenstromnutzung in der Industrie werden nicht gezielt gefördert, obwohl sie essenziell für ein stabiles und effizientes Energiesystem sind.
  • Die Beteiligung von Erzeugern am Netznutzungsentgelt darf den Ausbau von PV und Wind nicht ausbremsen. Die Kostenverteilung muss fair und investitionsfreundlich ausgestaltet werden, um Verunsicherung zu vermeiden.
  • Die netzseitige Steuerung sollte dort ansetzen, wo kleine Eingriffe große Wirkung entfalten: Die geplante Spitzenkappung bei Wind sollte nur gezielt eingesetzt werden, um hohe Ertragsverluste zu vermeiden. Zusätzlich fehlt die Möglichkeit automatischer Verbrauchsreduktion in Notfällen, mit denen sich Stromausfälle kostengünstig verhindern ließen. 

Die Gegenüberstellung im Überblick:

Mehr zum Thema

swiper-icon-prev
swiper-icon-next

24.02.2026

Vorschaubild Kreislaufwirtschaft Wettbewerb

Studie: Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit

Die Kreislaufwirtschaft kommt in der Industriestrategie prominent vor. Eine neue Studie des KONTEXT Instituts zeigt, wie Österreich vom Kreislaufwirtschafts-Pionier zum Pulsgeber in Europa werden kann und wie durch die Wettbewerbssteigerung die gesamte Wirtschaft profitiert.

Studie Kreislaufwirtschaft Unternehmen Technologien

29.01.2026

Auf Bruch Umfrage Vorschaubild

Umfrage: Große Mehrheit für Aufbruch bei Ökologisierung

Eine neue Umfrage des KONTEXT Instituts zeigt: Die Menschen in Österreich erkennen die Wichtigkeit der Ökologisierung für Wohlstand und Sicherheit. Sie orten aktuell mangelnde politische Reformbereitschaft aber viel Potenzial in diesem Land.

Umfrage Erneuerbare Energie Klimapolitik Wirtschaft Sicherheit

25.01.2026

Pexels marcin jozwiak 199600 3634730

Sicherheitspolitisches Gebot

Österreich muss angesichts der düsteren Weltlage endlich ökologisch und ökonomisch umdenken. Von Katharina Rogenhofer.

Kommentar Sicherheit Kreislaufwirtschaft Erneuerbare Energie EU

25.01.2026

Pexels narcisa aciko 541222 1292464

Europas Sicherheit beginnt bei Energie und Rohstoffen

Wirkliche Unabhängigkeit entsteht nur, wenn wir Energie selbst erzeugen. Ein Gastkommentar von Katharina Rogenhofer.

Kommentar EU Erneuerbare Energie Klimapolitik

16.12.2025

2026 Jahr der Chancen

Warum 2026 beim Klima ein Jahr der Entscheidung für Europa wird

Am Dienstag beschloss die EU-Kommission aus Aus für das Verbrenner-Aus. Nach dem Klimagipfel in Brasilien der zweite Schlag in die Magengrube in diesem verkorksten 2026. Im nächsten Jahr steht beim Klima viel am Spiel. Wo die Risiken liegen und wo die Chancen.

Kommentar Klimapolitik EU

02.12.2025

2025 Kontextanalyse 5 Kreislaufwirtschaft Wohlstand Vorschaubild

Wie die Kreislaufwirtschaft den Wirtschaftskreislauf stärken kann

Eine neue Studie des KONTEXT Instituts zeigt, dass Kreislaufwirtschaft die Modernisierung der Industrie vorantreiben kann und gleichzeitig Rohstoffe, Emissionen und Energie spart. Die Regierung hinkt, trotz Versprechen, in der Umsetzung hinterher. So bleiben große Potenziale ungenutzt. Die Industriestrategie ist eine gute Gelegenheit, das zu ändern.

Studie Kreislaufwirtschaft Wirtschaft Industrie Technologien

18.11.2025

D3c11ddf c7fc 42a9 b31b 0ecbf1b28e89.jpg

Weltklimagipfel: Warum noch mehr Bla Bla für Europa fatal wäre

Auf der Weltklimakonferenz geht es in dieser Woche um die Wurscht. Vor allem für Europa steht viel am Spiel. Der Kontinent droht zwischen dem Klimawandel-Leugner Trump und der neuen Energie-Supermacht China zerrieben zu werden. Was nun gefragt ist.

Kommentar Klimapolitik EU Klimakonferenzen

04.11.2025

Pexels pixabay 236722

Gas, Öl, Seltene Erden: So schaffen wir es raus aus der Erpressbarkeit

China nutzt seine Marktmacht bei Seltenen Erden. Russland übt mit Öl und Gas politischen Druck aus. Was hilft Österreich und dem Rest der Welt raus aus der Erpressbarkeit? Eine kluge Energiewende und Kreislaufwirtschaft, sagt Expertin Katharina Rogenhofer.

Kommentar Klimapolitik Sicherheit EU Wirtschaft