Spritpreise: Mit Symptombekämpfung bleibt Energiekrise Dauerzustand
Die Antworten der Regierung auf die hohen Energiepreise sind nicht nur kurzsichtig, sondern fahrlässig. Ein Gastkommentar von Katharina Rogenhofer.
Bereits zum zweiten Mal binnen weniger Jahre müssen die Haushalte und Unternehmen in Österreich die teure Rechnung für unsere Öl- und Gasabhängigkeit zahlen. Damit die fossile Energiekrise nicht zum Dauerzustand wird, muss sich Österreich schnellstmöglich aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien. Alle Voraussetzungen, um zu verhindern, dass fossile Energieträger weiter unseren Wohlstand zerfressen, hat Österreich bereits.
Das KONTEXT Institut hat dafür einen umfassenden „Befreiungsplan“ zusammengestellt. Das Ziel ist die vollständige Energiewende – also den Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung von Verkehr, Raumwärme und Industrie – zu beschleunigen.
Die Maßnahmen wirken mittel- bis langfristig. Kurzfristig können die bereits beschlossene Spritpreisbremse und der Industriestrompreis (ab 2027) Abhilfe schaffen. Zusätzlich könnte ein temporärer Energiekostenzuschuss für armutsgefährdete Haushalte notwendig sein. Um den Spritverbrauch zu verringern und Kosten unmittelbar zu reduzieren, wäre ein Tempolimit auf den Straßen (100/80/30) eine äußerst wirkungsvolle und budgetneutrale Maßnahme.
Alle diese Maßnahmen haben positive konjunkturelle Effekte – ganz im Gegensatz zu den Importen von fossilen Energieträgern. 2025 beliefen sich diese Höhe dieser Importe auf 7,85 Milliarden Euro. 2022, im Jahr des russischen Überfalls auf die Ukraine, lag dieser Wert bei 19,45 Milliarden Euro. Dieses Geld, das Österreich jährlich für Öl und Gas an autokratische Regime überweist, fließen ohne jegliche Wertschöpfung für die heimische Wirtschaft ab. Die Ökologisierung senkt dagegen die Energiekosten für Haushalte dauerhaft, füllt die Auftragsbücher von Handwerk:innen und hilft der Industrie zu neuer Wettbewerbsfähigkeit.