Erneuerbare überholen Kohle und Gas

Grafik erneuerbare Energie
Thursday, 15.02.2024
Im vergangenen Jahr erreichten Erneuerbare ein Rekordhoch: Zum ersten Mal wurde mehr Strom aus Windkraft gewonnen als aus Gaskraftwerken. Wind-, Solar-, Wasserkraftwerke und Co. lieferten 44 Prozent des produzierten Stroms in der EU. Weniger als ein Drittel stammte hingegen aus fossilen Quellen. Das zeigt ein neuer Bericht des Thinktanks Ember.

Europas Umbau hin zu einem nachhaltigen Energiesystem macht große Schritte. Im vergangenen Jahr erreichten Erneuerbare ein Rekordhoch: Wind-, Solar-, Wasserkraftwerke und Co. lieferten 44 Prozent des produzierten Stroms in der EU. Weniger als ein Drittel stammte hingegen aus fossilen Quellen. Das zeigt ein neuer Bericht des Thinktanks Ember.

Vor allem Wind- und Solarenergie nehmen in der EU stetig zu. Zusammen erfuhren sie 2023 den bisher stärksten Zuwachs innerhalb eines Jahres sowohl bei der Erzeugung von Strom als auch beim Ausbau. Zum ersten Mal wurde mehr Strom aus Windkraft gewonnen als aus Gaskraftwerken. Der Erfolg rührt allerdings nicht allein vom Ausbau der Kapazitäten. Auch der Stromverbrauch ging im vergangenen Jahr aufgrund der Gaskrise deutlich zurück. Vor allem die Stromproduktion aus Gas, aber auch aus Kohle ist eingebrochen – und damit der CO₂-Ausstoß im Stromsektor.

In den kommenden Jahren wird der Bedarf an Strom allerdings wieder steigen: Elektrische Anwendungen wie Wärmepumpen oder E-Autos sollen ineffiziente fossile Energie wie Öl und Gas ersetzen. Um sicherzustellen, dass der Strom für ihren Betrieb aus nachhaltigen Quellen stammt – und die europäischen Energieziele eingehalten werden können – muss der Ausbau von Erneuerbaren in den kommenden Jahren nochmals deutlich zulegen. Gleichzeitig ist es weiter nötig, den Verbrauch der Sektoren so umzugestalten, dass insgesamt weniger Energie benötigt wird.

More on this topic

swiper-icon-prev
swiper-icon-next
Analyse erneuerbare Energie Klimadebatte

[KON]KLUSIO: Mit Technologieklarheit gegen Trugbilder

Technologische Entwicklungen spielen eine zentrale Rolle für eine klimaneutrale Gesellschaft und Wirtschaft. Häufig werden jedoch Technologien als vermeintliche Lösungen beworben, die noch nicht marktreif oder in der breiten Anwendung ineffizient sind. Solche Technik-Trugbilder verschleppen den Ausbau jener klimafreundlichen Technologien, die bereits zur Verfügung stehen und sich als wirksam, effizient und kostengünstig erwiesen haben. Um für Planungssicherheit zu sorgen und Ressourcen bestmöglich einzusetzen, braucht es deshalb Technologieklarheit.

20.03.2024

Einordnung erneuerbare Energie Klimapolitik

Wasserstoffförderungsgesetz (WFöG): eine Einordnung

Am 26. Februar haben Klimaschutz- und Finanzministerium den Entwurf für das Wasserstoffförderungsgesetz (WFöG) in Begutachtung geschickt. Worum geht es dabei?

01.03.2024

Grafik erneuerbare Energie

Infografik: Einsparungen durch Erneuerbaren-Umstieg

So schnell wie möglich auf erneuerbare Energiesysteme umzusteigen, ist nicht nur eine Klimafrage. Eine rasche Energiewende ist auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll, denn sie ist deutlich günstiger, als sie zu verschleppen oder gar nichts zu tun.

01.03.2024

Einordnung Klimapolitik

EU-Lieferkettengesetz: Bürokratie- und Kostenmonsterargumente sind nicht überzeugend

16.02.2024

Grafik Klimapolitik Klimadebatte

Klimaschutz beschleunigen!

Maßnahmen und Entscheidungen zum Klimaschutz werden verschleppt. Wie lässt sich Klimaschutz beschleunigen?

24.02.2024

Grafik Klimafolgen

Umwelt, Klima und Energie im Zentrum der Aufmerksamkeit

Münchner Sicherheitsindex 2024: Wie Länder unterschiedliche Risiken einschätzen

23.02.2024

Einordnung Klimapolitik

Erneuerbares-Gas-Gesetz: eine Einordnung

Mit dem Erneuerbares-Gas-Gesetz (EGG) soll der Ausbau der heimischen Produktion von erneuerbarem Gas bis zum Jahr 2030 festgeschrieben werden.

23.02.2024

Artikel Klimadebatte

Die Sache mit dem Boden

Täglich gehen in Österreich rund 12 Hektar – also 12 große Fußballfelder – an natürlichem Boden verloren. Diese werden vorrangig von Siedlungsflächen, Straßen und Gewerbegebieten in Anspruch genommen. Mehr als die Hälfte davon wird versiegelt. Um die Versiegelung ist kürzlich eine politische Debatte entbrannt. Der Auslöser: Vertreter:innen von Bundesländern, Gemeinde- und Städtebund haben eine „Bodenstrategie“ beschlossen. Allerdings ohne die Bundesregierung und ohne Obergrenze für den Bodenverbrauch.

08.03.2024