Kreislaufwirtschaft – unsere Studien auf einen Blick
In drei aktuellen Studien zeigt das KONTEXT Institut das transformative Potenzial der Kreislaufwirtschaft – für wirtschaftliche Modernisierung, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit.
Digitale Energiesysteme können Kosten und Emissionen senken, die Versorgungssicherheit verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Bei unbedachtem Einsatz bergen sie aber Risiken, wie zusätzlichen Energie- und Rohstoffverbrauch, Cyberangriffe oder digitale Exklusion.
Solche digitalen Systeme im Energiesektor umfassen etwa Sensoren an Netzen und Transformatoren, Smart Meter in Haushalten, steuerbare Erzeugungsanlagen und sogenannte “digitale Zwillinge”, also virtuelle Abbilder von Stromnetzen, die die Netzauslastung in Echtzeit beobachten und Engpässe frühzeitig erkennen. Auch KI-gestützte Prognosen sind hier oft nützlich.
Die neue Analyse identifiziert vier Chancen der Digitalisierung für die Energiewende:
Um die beschriebenen Chancen zu realisieren, sind gesetzliche Maßnahmen und gezielte Investitionen notwendig. Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) ist die Voraussetzung für die Digitalisierung in der Energiewende. Es schafft den notwendigen rechtlichen Rahmen für flexible Netztarife, die Nutzung von Verbrauchsdaten und verbesserten Regelungen für Speicher. Wichtig sind konkrete Vorgaben für die Anbringung von Sensoren im Verteilnetz, die im aktuellen ElWG-Begutachtungsentwurf noch fehlen.
Um das Exportpotenzial digitaler Energietechnik zu heben, ist es notwendig, den Markthochlauf und die Internationalisierung digitaler Lösungen gezielt zu fördern. Auch die Ausweitung von digitalen Zwillingen auf das ganze Netz, bedarf zusätzlicher Investitionen.
Ohne kluge Umsetzung drohen jedoch neue Risiken: Digitale Systeme sind häufig energieintensiv, gerade in kombiniertem Einsatz mit KI. Gleichzeitig sind sie potenzielle Angriffsflächen für Cyberbedrohungen. Hinzu kommen datenschutzrechtliche Fragen bei der Sammlung von Verbrauchsdaten. Außerdem können Haushalte ohne geeignete Endgeräte, stabilen Internetzugang oder ausreichendes technisches Wissen nur von nur eingeschränkt von diesen Möglichkeiten profitieren. Auch Die verbauten kritischen Rohstoffen können außerdem neue Abhängigkeiten schaffen.
Diese Risiken gilt es, zu minimieren. Zusätzlicher Energieverbrauch der digitalen Systeme selbst muss mit Effizienzgewinnen abgewogen werden. Die Stärkung der Kreislaufwirtschaft ermöglicht, kritische Rohstoffe mehrfach zu nutzen und Importabhängigkeiten zu reduzieren. Bessere und verbindliche Sicherheitsstandards auf EU-Ebene sind notwendig, um Cybergefahren abwenden zu können.
Verpflichtende barrierefreie Standards, mehrsprachige Benutzeroberflächen und analoge Informationskanäle für Haushalte ohne Internetzugang, können außerdem digitale Exklusion reduzieren. Ergänzend braucht es klare Datenschutzregeln für Verbrauchsdaten.
Die zentralen digitalen Lösungen für eine effiziente Energiewende sind längst vorhanden. Entscheidend ist nun, diese Technologien unter den richtigen Rahmenbedingungen verfügbar zu machen, systematisch zu nutzen und intelligent zu verknüpfen. Dafür braucht es klare rechtliche Rahmenbedingungen und gezielte Förderungen seitens der Politik, mutige Umsetzung und Innovation in der Wirtschaft und aktive Mitgestaltung seitens der Zivilgesellschaft. Gelingt das Zusammenspiel, kann die Digitalisierung zu einem wirkungsvollen Hebel für ein leistbares, effizientes und resilientes Energiesystem werden.