Skip to main content
Press release

Rogenhofer: „Industriestrategie gibt viele richtige Antworten, Potenzial der Kreislaufwirtschaft erkannt“

Friday, 16.01.2026

Einordung des KONTEXT Instituts zur heute präsentierten Industriestrategie:

„Gerade in diesen wirtschaftlich und geopolitisch angespannten Zeiten steht Österreich vor einer entscheidenden Frage: Wollen wir mit den Technologien der fossilen Vergangenheit in die industrielle Bedeutungslosigkeit abrutschen oder mit sauberen Zukunftstechnologien wieder Wohlstand und Sicherheit gewinnen. Die Industriestrategie gibt darauf großteils richtige und wichtige Antworten“, sagt KONTEXT-Vorständin Katharina Rogenhofer.

Die Industriestrategie ist grundsätzlich von einem banalen, aber zentralen Gedanken getragen: Ungenutztes Potenzial zu nutzen. In kaum einem Bereich ist dieser Ansatz so vielversprechend, wie bei der Kreislaufwirtschaft. Dass diese in der Strategie prominent vorkommt, ist sehr zu begrüßen.

Rogenhofer: „Bei der Kreislaufwirtschaft liegt der Ball längst am Elfmeterpunkt. Mit der Industriestrategie nimmt die Regierung nun Anlauf, um ihn zu verwerten.“

Zur Einordnung: Die heimische Umweltwirtschaft verantwortet fünf Prozent der Wirtschaftsleistung, neun Prozent der Exporte und 14 Prozent der Patentanmeldung. Mit all diesen Werten liegt Österreich international im Spitzenfeld. Innerhalb der Umweltwirtschaft sticht die Kreislaufwirtschaft nochmal besonders heraus. Gerade im Recyclingsektor weisen heimische Unternehmen äußerst hohe technologische Vorteile gegenüber der internationalen Konkurrenz auf. 

„Auch der Fokus auf erneuerbare Energie und speziell auf Windkraft und Geothermie ist essenziell, wenn Österreich langfristig nicht nur von Rohstoffen, sondern auch von Öl und Gas unabhängig werden will“, so Rogenhofer.

Viele Geschäftsmodelle im Bereich der sauberen Zukunftstechnologien und Ressourcenschonung scheitern zurzeit häufig an der Skalierung. So bleibt viel wirtschaftliches Potenzial ungenutzt. Mit der Industriestrategie setzt die Regierung an wichtigen Punkten an – zwei davon sind besonders hervorzuheben.

Erstens: Durch bessere Finanzierungsmöglichkeiten kann mehr privates Risikokapital in die Entwicklung fließen und damit Angebot an vielversprechenden Produkten schaffen. Zweitens: Die öffentliche Beschaffung und Leitmärkte stimulieren gezielt deren Nachfrage, schaffen stabile Absatzmärkte und helfen Innovationen auch am internationalen Markt zu reüssieren.

Rogenhofer: „Die öffentliche Beschaffung ist ein zentraler Hebel für die Marktfähigkeit von Produkt. Wichtig in der Ausgestaltung, etwa im angekündigten Aktionsplan für die innovationsfördernde Beschaffung, ist es, darauf zu setzen, dass auch ökologischen Kriterien mitgedacht werden“.

In anderen Technologiebereichen lässt die Regierung in der Industriestrategie die notwendige Klarheit vermissen. Im Mobilitätsbereich wird zwar die E-Mobilität hervorgehoben, gleichzeitig bleibt mit dem Verweis auf „erneuerbarer Kraftstoffe, emissionsfreien Gesamtfahrzeugen" die Tür für Scheinlösungen, wie E-Fuels und Hybride, offen.

„Generell ist die Strategie sehr umfassend und breit angelegt. Wenn gefühlt alles Priorität hat, hat nichts mehr Priorität. Insofern wird sich der Wert dieser Strategie in ihrer konkreten Umsetzung bemessen“, so Rogenhofer abschließend.

Weitere Informationen zum Potenzial der Kreislaufwirtschaft gibt es der KONTEXT-Studie „Industrielle Modernisierung durch Kreislaufwirtschaft“ (Dezember 2025).